Der Veit ist wohl bekannt in Stadt und Land

Die beste Werbung für den Landgasthof Veit sind zufriedene Gäste. Gelegentlich ist auch der eine oder andere Journalist darunter. Zum Beispiel Tom Hörner von den Stuttgarter Nachrichten, der 2004 einen besonders schönen Artikel über unser Haus verfasste. Die genannten Preise haben sich inzwischen ein kleines bisschen verändert – Qualität und Atmosphäre sind jedoch geblieben.



Stuttgarter Nachrichten – 16.11.2004

Gasthaus Veit in Waldstetten-Weilerstoffel

Meilenweit für einen Rostbraten

von Tom Hörner

Ein Besuch im Gasthaus Veit am Fuß der Schwäbischen Alb lohnt nicht nur für Wanderer

Lena ist ein Wirtschaftswunderkind. Immer lustig, immer schlagfertig. Selbst wenn die Mama keine Zeit hat - und das kommt öfter vor, vor allem, wenn wieder mal jeder Tisch im Veit besetzt ist -, dann weiß sie sich zu helfen. Dann spielt die Fünfjährige im Nebenzimmer mit ihren Playmobil-Figuren, auf dem Hof mit den jungen Katzen - oder sie unterhält die Gäste.

Das Gasthaus Veit in Waldstetten-Weilerstoffel, rund zehn Autominuten von Schwäbisch Gmünd entfernt, ist ein Familienbetrieb wie aus dem Bilderbuch. Die Chefin, Lenas Oma Maria Kottmann, steht in der Küche, der Chef, Eugen Kottmann, hinter der Theke und die Tochter, Lenas Mutter Margret Perl, bedient so unaufdringlich-freundlich wie zügig die Gäste.

Und wenn die drei Söhne der Kottmanns, die allesamt woanders arbeiten - der Ralf ist Metzger, der Ulrich schafft in der Industrie und der Jüngste, der Wolfgang, der das Lokal mal übernehmen soll, ist Koch -, frei haben, dann helfen sie, wie sich das gehört, im elterlichen Betrieb mit. Denn in einem Gasthaus mit Fremdenzimmern und angeschlossener Landwirtschaft gibt es immer etwas zu tun.

Das Gasthaus Veit hat alles, was eine gute Wirtschaft auf dem Land ausmacht: einen Stammtisch (ohne Tischdecke), weiß eingedeckte Tische, ein Nebenzimmer (mit Fernseher, auf dem sich in ruhigen Minuten der Chef über die Lage der Welt informiert) und jede Menge Stammgäste - nebst der Laufkundschaft, die vor allem an Wochenenden das Stauferland bevölkert. Das Veit ist im besten Sinn ein gemütliches Wirtshaus - nichts Überkandideltes, nichts Überdekoriertes. Die Geweihe an der Wand erinnern daran, dass es der Uropa mit der Jagd hatte.

Im Veit wird kein Hokuspokus ums Essen gemacht. Die Leute wissen, dass das, was auf den Tisch kommt, eine reelle Sache ist. Und sie zollen der Köchin Respekt, indem sie ihre Teller tapfer leer essen.

Als irgendwelche Öko-Labels noch nicht in Mode waren, hat man im Veit bereits - wie man heute so schön sagt - mit natürlichen Produktionsmethoden gearbeitet. Hier wird jene unkomplizierte schwäbische Küche gepflegt, die von Haus aus industrieller Fertigung skeptisch gegenüberstand - schon weil man viele Speisen selbst günstiger und besser herstellen kann.

Das Ergebnis dieser bodenständigen Kochkunst kann sich schmecken lassen. Man muss schon weit laufen, um so einen Rostbraten (mit Bratkartoffeln und Salat für 11 Euro) aufgetischt zu bekommen - was man am Fuß des Wanderparadieses Schwäbische Alb im Übrigen auch wunderbar kann. Versteht sich von selbst, dass die Rostbratenlieferanten aus dem eigenen Betrieb stammen und sie den Großteil ihres Lebens auf saftigen Wiesen verbracht haben. Selbstverständlich kommen auch die Forellen auf der Karte von keinem Großhändler, sondern werden selbst gezogen.

Besonders empfehlenswert ist ein Besuch am Freitag. Freitag ist Schlachttag. Also gibt es freitags Schlachtplatte (5 Euro): gekochter Bauchspeck, Blut- und Leberwürste im Darm, Sauerkraut und selbst gebackenes Brot. Nach solch einem Mahl hat man sich den Schnaps redlich verdient. Der wird zwar mangels Lizenz nicht selbst gebrannt, aber die Zutaten stammen von den eigenen Streuobstwiesen. Und wenn die Walnussbäume ums Haus genug abwerfen, dann kann man auch frische Nüsse (das Kilo für 3,50 Euro) oder Walnussschäumle (100 Gramm für 3 Euro) mitnehmen.

Die Vesper- und Speisekarte im Gasthaus Veit ist übersichtlich, aber durchaus offen für saisonale Besonderheiten. Jetzt, im Herbst, gibt es regelmäßig Wildgerichte oder Ente und Gans. Wir haben ein Viertel Flugente mit Rotkraut und Bubaspitzle (8,50 Euro) probiert - und waren begeistert.

Vor Jahren haben die Kottmanns Postkarten machen lassen - damit die Leute wieder leichter hierher finden. Doch es gibt Mitbringsel mit höherem Erinnerungswert. Wie wär's mit einer Hausmacher-Dosenwurst? Auch da stehen die Telefonnummer und die Adresse drauf.

Gasthaus Veit, Tannweilerstr. 2, 73550 Waldstetten-Weilerstoffel, 0 71 71 / 4 18 16. Geöffnet täglich von 11.30 Uhr bis 22 Uhr, außer Mo von 16 bis 22 Uhr. Do Ruhetag.

> Den Originalartikel finden Sie hier.

Landgasthof
Veit
73550 Waldstetten-Weilerstoffel
Tannweiler Straße 2
Telefon (07171) 4 18 16
Donnerstag Ruhetag
Montags ab 17 Uhr geöffnet